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Sonntag, 08. Oktober 2006Es ist schwer, um über die momentane Sitaution zu schreiben, die richtige Worte zu finden. Denn es ist schwer. Man ist sprachlos und weiss nicht, was man sagen soll. Zu meiner Person muss ich sagen, das ich froh bin, das ich am Freitag nicht in der Schule war. Denn ich hab mir damit einiges erspart. Die gedrückte, traurige Stimmung die auf dem ganzen Pausenhof und in den Gängen gewesen sein soll, muss ich nicht mitbekommen. Es ist schlimm genug, was man bereits alles hört. Mir geht es ziemlich auf den Geist, wenn Leute am Freitag heulen, die ihn nicht kennen. Das ist größtenteils nur Heuchelei. Und falsche Trauer. Jedoch sind eigentlich die Menschen die Arschlöcher, die dann noch Beileidsbekundungen an sich nehmen und machen einen auf traurig auch wenn sie sich denken, der geht mir ja sowas von am Arsch vorbei. Nur um cool zu sein machen das manche Menschen. Und das schlimme ist, das solche Leute noch bei ihm in der Klasse waren und sich keineswegs schämen. Vermutlich sind es die, die sich den Suizid anzukreiden haben. Es gehört ihnen nicht anders, das sie das ihr Leben lang nicht vergessen. Irgendwann rächt sich alles. Und auch das, dass sie ihn gehänselt haben. Er wäre vermutlich noch am Leben, wäre ihm das erspart geblieben. Dennoch, es gibt viele Gerüchte um den Grund des Todes, ich denke das aber auch dies ein Grund war, wo zu diesem Suizid geführt hat. Und das hätte alles nicht sein müssen. Das hätte verhindert werden können. Ich frag mich, was sich Leute eigentlich einbilden oder was sie empfinden, wenn sie andere Leute mobben. Ich weiss nur, das der der gemobbt wird sich nicht gut fühlt. Ich weis es selbst aus Grundschulzeit. Ich bin zugezogen und kam nach dem ersten Halbjahr in der 1.Klasse. Die Strapazen und die Ärgernisse mit den Leuten hatte ich bestimmt alle 4 Jahre. Und deswegen bin ich dann auch nach BZA. Die Zeit in der Grundschule hat mich stark gemacht und abgehärtet. Nachdem ich geschlagen, getreten, meine Sachen zerstört, die dann im Bach landeten, all das hat mich stark gemacht. Ich bin immer noch froh damals nach BEZA gegangen zu sein, ich habe den Schritt nie bereut. Aber man fühlt sich verdammt Scheiße, wenn man behandelt wird wie der letzte Dreck und dann immer wieder drauftritt. Das macht man nicht. Deswegen gebe ich den Klassenkameraden eine große Teilschuld, wobei ich nicht glaube, dass das alleine der Grund für den Selbstmord war. Aber was nun? Wie geht es jetzt weiter? Wie wird es kommen? Und vorallem, werden die Leute, die sich praktisch als Mittäter zum Mord outen, ihr Verhalten ändern? Werden sie darüber nachdenken? Wie weit muss es mit unserer Gesellschaft noch kommen, damit wir so tief sinken, um uns gegenseitig fertig zu machen? Das muss echt nicht sein. Ich denke, es braucht bei uns allen eine gewisse Zeit, bis sich das erlebte gesetzt hat. Und dann werden wir weiter sehen. Es muss zu einem Umdenken führen. Anders ist das Überleben des Einzelnen nicht gesichert.
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